LANDSCHAFTSARCHITEKTEN

Kur- und Gesundheitsstandort Burtscheid, Aachen

Planung (Mehrfachbeauftragung 2. Preis):2022
Auftraggeber:Stadt Aachen
Kooperation:Scheuvens + Wachten plus
Planungsgesellschaft mbH, Dortmund
  

Das Kur- und Gesundheitswesen des traditionsreichen Quellortes Burtscheid mit seiner bis in die Römerzeit zurückreichenden Geschichte prägt bis heute das Leben im Stadtteil. Ziel ist es, neben der Anpassung an die aktuellen Erfordernisse im Reha- und Gesundheitswesen eine ganzheitliche Zukunftsperspektive für den Kur- und Gesundheitsstandort Aachen-Burtscheid zu entwickeln. Das Thema “Gesundheit” soll über das Reha- und Kurwesen hinaus weitergedacht und im Alltag der Menschen vor Ort erlebbar werden.

Die neue Mitte und grüne Lunge des Stadtteils bildet der denkmalgeschützte Kurpark mit seiner Topografie und der besonderen Prägung durch das Quellwasser. Er wird revitalisiet und die historischen Terrassen und Quellverläufen sichtbar und erlebbar gemacht. Einen besonderen Stellenwert erhält der Kurpark klimatisch zugunsten der Kalt- und Frischluftversorgung für die Gesamtstadt. Das Klosterareal soll  als neuer Impulsraum zu einem modernen, für den Stadtteil geöffneten Gesundheitscampus mit Klinikneubau entwickelt werden. Das Areal erhält durch die öffentliche Durchwegung und die Freiraumgestaltung einen Mehrwert für Gäste, Touristen und Stadtteilbewohnerinnen und -bewohner. Die ehemalige Tuchfabrik bettet sich funktional in das Thema “Gesundheit” ein und kann als Ausbildungsstandort für das Gesundheitswesen zur Nachhaltigkeit und Verstetigung des Kur- und Gesundheitsstandortes Burtscheids beitragen.

Für die Kur- und Bäderstadt Aachen steht das Wasser als besonderes historisches Element. Durch akzentuierte Offenlegung des kalten und warmen Baches, wird eine Thermalwasserroute ausgebaut, welche sich als blauer Faden vom Burtscheider Markt bis zur Innenstadt zieht. Wasser – beruhigend und vitalisierend regt es die Sinne an und trägt zur physischen und psychischen Gesundheit des Menschens bei. 

Die Anforderungen an die städtebaulichen Entwicklung ergeben sich aus den bestehenden Baustrukturen und Nutzungszuteilungen. Öffentliche Raumsequenzen und die Vernetzung der gewachsenen Baustruktur bilden das neue Rückgrat des Stadtteils Burtscheids. Rad- und fußläufige Wegeverknüpfungen zwischen den Teilräumen sollen ausgebaut und attraktiviert werden. Mobility-Hubs sowie Verleihstationen für Fahrräder sollen einen weiteren Anreiz schaffen, auf das private Auto zu verzichten.